Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing/zur Kauffrau für Dialogmarketing
Eingangsformel
Auf Grund des § 4 Abs. 1 in Verbindung mit § 5 des Berufsbildungsgesetzes vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931) und mit § 1 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I S. 3165) sowie dem Organisationserlass vom 22. November 2005 (BGBl. I S. 3197) verordnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung:
§ 1 Staatliche Anerkennung des Ausbildungsberufes
Der Ausbildungsberuf Kaufmann für Dialogmarketing/Kauffrau für Dialogmarketing wird staatlich anerkannt.
§ 2 Ausbildungsdauer
Die Ausbildung dauert drei Jahre.
§ 3 Zielsetzung der Berufsausbildung
Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen.
§ 4 Ausbildungsberufsbild
- 1.
- Der Ausbildungsbetrieb:
- 1.1
- Stellung, Rechtsform und Struktur,
- 1.2
- Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften,
- 1.3
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
- 1.4
- Umweltschutz;
- 2.
- Dienstleistungsangebot;
- 3.
- Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit;
- 4.
- Betriebliche Prozessorganisation, qualitätssichernde Maßnahmen;
- 5.
- Dialogprozesse:
- 5.1
- Sprachliche und schriftliche Kommunikation,
- 5.2
- Kundenbetreuung,
- 5.3
- Kundenbindung,
- 5.4
- Kundengewinnung;
- 6.
- Informations- und Kommunikationssysteme:
- 6.1
- Software, Netze und Dienste,
- 6.2
- Datenbanken, Datenschutz und Datensicherheit;
- 7.
- Projekte:
- 7.1
- Projektvorbereitung,
- 7.2
- Projektdurchführung,
- 7.3
- Projektcontrolling;
- 8.
- Personal;
- 9.
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle:
- 9.1
- Kosten- und Leistungsrechnung,
- 9.2
- Controlling;
- 10.
- Qualitätssicherung der Auftragsdurchführung;
- 11.
- Vertrieb und Marketing:
- 11.1
- Angebotserstellung und Verkauf,
- 11.2
- Vermarktung von Dienstleistungen.
§ 5 Ausbildungsrahmenplan
Die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 4 sollen nach den in den Anlagen 1 und 2 enthaltenen Anleitungen zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
§ 6 Ausbildungsplan
Die Ausbildenden haben unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplanes für die Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen.
§ 7 Schriftlicher Ausbildungsnachweis
Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, den schriftlichen Ausbildungsnachweis während der Ausbildungszeit zu führen. Die Ausbildenden haben den schriftlichen Ausbildungsnachweis regelmäßig durchzusehen.
§ 8 Zwischenprüfung
(1) Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in den Anlagen 1 und 2 für das erste Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
- 1.
- Leistungsangebote im Dialogmarketing,
- 2.
- Kommunikationsprozesse,
- 3.
- Arbeits- und Aufgabengestaltung,
- 4.
- Wirtschafts- und Sozialkunde.
§ 9 Abschlussprüfung
(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage 1 aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
- 1.
- Gestaltung und Vertrieb von Dienstleistungen,
- 2.
- Projektmanagement im Dialogmarketing,
- 3.
- Wirtschafts- und Sozialkunde,
- 4.
- Fallbezogenes Fachgespräch.
- 1.
- im Prüfungsbereich Gestaltung und Vertrieb von Dienstleistungen:In höchstens 90 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere aus den Gebieten
- a)
- Angebot und Verkauf von Dienstleistungen,
- b)
- Kernprozesse im Dialogmarketing
- 2.
- im Prüfungsbereich Projektmanagement im Dialogmarketing:In höchstens 150 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle insbesondere aus den Gebieten
- a)
- Projektabwicklung,
- b)
- Ressourcensteuerung,
- c)
- Qualitätssichernde Maßnahmen,
- d)
- Betriebswirtschaftliche Kontrolle
- 3.
- im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:In höchstens 60 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben oder Fälle bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen kann;
- 4.
- im Prüfungsbereich Fallbezogenes Fachgespräch:Der Prüfling soll im Rahmen eines Fachgespräches anhand einer von zwei ihm zur Wahl gestellten praxisbezogenen Aufgaben zeigen, dass er Gespräche mit Auftraggebern systematisch führen, zielgruppenorientiert kommunizieren und Gesprächsführungstechniken situationsbezogen anwenden kann. Ferner soll er nachweisen, dass er Aufgabenstellungen analysieren, Zielstellungen erkennen, Aspekte des Marketings berücksichtigen und betriebswirtschaftliche Zusammenhänge erläutern kann. Bei der Aufgabenstellung ist der Leistungsschwerpunkt des Ausbildungsbetriebes zu berücksichtigen. Dem Prüfling ist für die von ihm gewählte Aufgabe eine Vorbereitungszeit von höchstens 15 Minuten zu gewähren. Das Fachgespräch soll die Dauer von 30 Minuten nicht überschreiten.
(4) Sind die Prüfungsleistungen in bis zu zwei schriftlichen Prüfungsbereichen mit "mangelhaft" und in den übrigen schriftlichen Prüfungsbereichen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
(5) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses hat der Prüfungsbereich Projektmanagement im Dialogmarketing gegenüber jedem anderen Prüfungsbereich das doppelte Gewicht.
(6) Zum Bestehen der Abschlussprüfung müssen im Gesamtergebnis und in mindestens drei der in Absatz 2 Nr. 1 bis 4 genannten Prüfungsbereiche mindestens ausreichende Prüfungsleistungen erbracht werden. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit "ungenügend" bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden.
§ 10 Fortsetzung der Berufsausbildung
Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Servicefachkraft für Dialogmarketing kann in dem Ausbildungsberuf Kaufmann für Dialogmarketing/Kauffrau für Dialogmarketing nach den Vorschriften für das dritte Ausbildungsjahr fortgesetzt werden.
§ 11 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 1. August 2006 in Kraft.
Anlage 1 (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing/zur Kauffrau für Dialogmarketing - Sachliche Gliederung -
| Lfd. Nr. | Teil des Ausbildungsberufsbildes | Zu vermittelnde Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten |
| 1 | 2 | 3 |
| 1 | Der Ausbildungsbetrieb (§ 4 Nr. 1) | |
| 1.1 | Stellung, Rechtsform und Struktur (§ 4 Nr. 1.1) |
|
| 1.2 | Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften (§ 4 Nr. 1.2) |
|
| 1.3 | Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (§ 4 Nr. 1.3) |
|
| 1.4 | Umweltschutz (§ 4 Nr. 1.4) | Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
|
| 2 | Dienstleistungsangebot (§ 4 Nr. 2) |
|
| 3 | Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit (§ 4 Nr. 3) |
|
| 4 | Betriebliche Prozessorganisation, qualitätssichernde Maßnahmen (§ 4 Nr. 4) |
|
| 5 | Dialogprozesse (§ 4 Nr. 5) | |
| 5.1 | Sprachliche und schriftliche Kommunikation (§ 4 Nr. 5.1) |
|
| 5.2 | Kundenbetreuung (§ 4 Nr. 5.2) |
|
| 5.3 | Kundenbindung (§ 4 Nr. 5.3) |
|
| 5.4 | Kundengewinnung (§ 4 Nr. 5.4) |
|
| 6 | Informations- und Kommunikationssysteme (§ 4 Nr. 6) | |
| 6.1 | Software, Netze und Dienste (§ 4 Nr. 6.1) |
|
| 6.2 | Datenbanken, Datenschutz und Datensicherheit (§ 4 Nr. 6.2) |
|
| 7 | Projekte (§ 4 Nr. 7) | |
| 7.1 | Projektvorbereitung (§ 4 Nr. 7.1) |
|
| 7.2 | Projektdurchführung (§ 4 Nr. 7.2) |
|
| 7.3 | Projektcontrolling (§ 4 Nr. 7.3) |
|
| 8 | Personal (§ 4 Nr. 8) |
|
| 9 | Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (§ 4 Nr. 9) | |
| 9.1 | Kosten- und Leistungsrechnung (§ 4 Nr. 9.1) |
|
| 9.2 | Controlling (§ 4 Nr. 9.2) |
|
| 10 | Qualitätssicherung der Auftragsdurchführung (§ 4 Nr. 10) |
|
| 11 | Vertrieb und Marketing (§ 4 Nr. 11) | |
| 11.1 | Angebotserstellung und Verkauf (§ 4 Nr. 11.1) |
|
| 11.2 | Vermarktung von Dienstleistungen (§ 4 Nr. 11.2) |
|
Anlage 2 (zu § 5) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing/zur Kauffrau für Dialogmarketing - Zeitliche Gliederung -
- Erstes Ausbildungsjahr
- 1.1
- Stellung, Rechtsform und Struktur,
- 1.2
- Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften, Lernziele a bis d,
- 1.3
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
- 1.4
- Umweltschutz,
- 2.
- Dienstleistungsangebot,
- 5.1
- Sprachliche und schriftliche Kommunikation,
- 6.1
- Software, Netze und Dienste, Lernziele a und b,
- 3.
- Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit, Lernziele e und f,
- 5.2
- Kundenbetreuung,
- 6.1
- Software, Netze und Dienste, Lernziel c,
- 6.2
- Datenbanken, Datenschutz und Datensicherheit, Lernziele b und c,
- 3.
- Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit, Lernziele a und b,
- 5.3
- Kundenbindung,
- 6.2
- Datenbanken, Datenschutz und Datensicherheit, Lernziele d und e,
- Zweites Ausbildungsjahr
- 5.4
- Kundengewinnung,
- 6.1
- Software, Netze und Dienste, Lernziele d bis f,
- 6.2
- Datenbanken, Datenschutz und Datensicherheit, Lernziel a,
- 1.2
- Berufsbildung, arbeits-, sozial- und tarifrechtliche Vorschriften, Lernziele e und f,
- 3.
- Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit, Lernziele g bis j,
- 4.
- Betriebliche Prozessorganisation, qualitätssichernde Maßnahmen
- 3.
- Arbeitsorganisation, Kooperation, Teamarbeit, Lernziele c und d,
- 7.1
- Projektvorbereitung,
- 7.2
- Projektdurchführung,
- 7.3
- Projektcontrolling,
- 9.1
- Kosten- und Leistungsrechnung, Lernziel a,
- Drittes Ausbildungsjahr
- 8.
- Personal
- 9.1
- Kosten- und Leistungsrechnung, Lernziele b bis e,
- 9.2
- Controlling,
- 10.
- Qualitätssicherung der Auftragsdurchführung
- 4.
- Betriebliche Prozessorganisation, qualitätssichernde Maßnahmen, Lernziel d,
- 11.1
- Angebotserstellung und Verkauf,
- 11.2
- Vermarktung von Dienstleistungen
- 5.4
- Kundengewinnung, Lernziel c,